Denkmalpflege
Museum
  Familienforschung
Impressum
English
Projekte: Archiv - Recherche - Texterstellung

Das Archiv ist das historische Gedächtnis. AHB bietet für Unternehmen und Institutionen die Planung und den systematischen Aufbau eines eigenen Archivs an. Hierfür werden die vorhandenen Bestände zunächst gesichtet und erfasst. Daran schließt sich die systematische Katalogisierung an, die spätere Erweiterungen ermöglicht. Das Findbuch schließlich ermöglicht einen raschen Zugriff auf abgelegte Akten und Dokumente.
Die Archivrecherche ist die Basis einer Vielzahl von Arbeiten. Für Ihre Anfrage recherchiert AHB in Bundesarchiven, Landes- oder Staatsarchiven, kommunalen Archiven, Kirchenarchiven, Zeitungs-, Adels- oder Privatarchiven, Foto- und Wirtschaftsarchiven oder im Patentinformationsdienst. Mit Ihrer Chronik und Festschrift präsentieren Sie sich einem interessierten Publikum.
Wesentliches Element für AHB ist es, für die Texte nicht allein wissenschaftlich korrekt zu recherchieren, sondern sie im gleichen Maße informativ wie kurzweilig abzufassen. Auf dieser Seite finden Sie eine Auswahl der von AHB durchgeführten Projekte.


Jüdisches Familienbuch Wiesbaden
Der erste Band des 2017 erscheinenden Jüdischen Familienbuchs Wiesbaden behandelt die Einwohner der beiden ehemaligen Landgemeinden Breckenheim und Delkenheim. Er ist der erste Schritt zu einer alle Stadtteile des heutigen Wiesbaden umfassenden genealogischen Auswertung einer Vielzahl historischer Quellen, die durch ein ehrenamtliches Team der Paul Lazarus Stiftung und des Aktiven Museums Spiegelgasse zusammengetragen wurden. In die Auswertung floss auch die durch das Stadtarchiv Wiesbaden erarbeitete Datei jüdischer Bürger ein.
In das Familienbuch wurden alle jüdischen Personen aufgenommen, die in Breckenheim oder Delkenheim geboren wurden, heirateten und/oder verstarben. Der zeitliche Rahmen beginnt regelmäßig mit dem Einsetzen systematischer Quellen um 1820. Durch die Auswertung weiterer Quellengattungen konnte der Zeitraum in Einzelfällen bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts ausgedehnt werden. Die überwiegende Mehrzahl der Einträge endet regelmäßig 1946 mit der Neugründung der jüdischen Gemeinde Wiesbaden. 

  Synagogenbuch Hessen
Die Synagoge in Neckarsteinach

Das Synagogenbuch Hessen ist ein gemeinsam von der Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen und dem Landesamt für Denkmalpflege in Hessen getragenes Projekt. Ziel ist es, alle zur Kenntnis gelangten Synagogenstandorte in Hessen zu erforschen, zu dokumentieren und in lexikalischer Form darzustellen. Die Veröffentlichung im Internetportal LAGIS wird vorbereitet. Das Kultur-Büro AHB ist damit beauftragt, die Texte für die Synagogen in den Kreisen Bergstraße, Groß-Gerau, Darmstadt-Dieburg, Teilen von Offenbach und Odenwaldkreis, dem Kreis Limburg-Weilburg und dem Lahn-Dill-Kreis zu recherchieren und zu verfassen.


Jüdisches Kurwesen in Wiesbaden

Spätestens seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts macht Wiesbaden Werbung damit, Weltkurstadt zu sein. Eine Vielzahl an Publikationen widmet sich diesem Thema und beschreibt auch den Badealltag in der Stadt. Bislang blieb dabei zumeist unberücksichtigt, dass auch jüdische Kurgäste wesentlich zu diesem Ruf beitrugen und dass eine Vielzahl jüdisch geführter Häuser dieses Klientel bediente.
Die von uns vorgelegte Studie stellt auf Basis ausführlicher Archivrecherchen die Spezifika dieses Badewesen und die gesellschaftlichen Bedingungen seiner Entwicklung in den Fokus. Beginnend mit den ersten von Juden geführten Badehäusern unmittelbar am Ende des Dreißigjährigen Krieges bis hin zu seinem Ende kurz nach Beginn des Zweiten Weltkrieges wird das "jüdische Kur- und Badewesen" in seinen Facetten dargestellt. Die dabei gewonnenen Ergebnisse wurden mit den regionalen Konkurrenten Bad Ems, Bad Schwalbach und Schlangenbad verglichen.
Eines der überraschenden Ergebnisse war, dass jüdische Kurgäste auch nach 1933 nicht automatisch ausgeschlossen wurden. Im Gegenteil, noch Ende 1938 wurde die Badeverwaltung angehalten, besondere Rücksicht walten zu lassen. Erst Anfang der 1940er Jahre wurden die letzten jüdisch geführten Häuser enteignet.
Eine weitere Überraschung war, dass es keinen "Judenbann" gab, der jüdische Gäste verpflichtete, in bestimmten Häusern abzusteigen oder jüdisch geführte Häuser zwang, ausschließlich Juden aufzunehmen. Vermutlich infolge dessen gab es über den Untersuchungszeitraum hinweg betrachtet mehr als 40 jüdisch geführte Häuser in der Stadt. Deswegen wurde die Untersuchung durch einen Stadtplan ergänzt, auf dem die Standorte der wichtigsten Häuser verzeichnet sind. Diese Häuser werden abschließend mit einer "Biographie" und - soweit möglich - einem Foto gesondert vorgestellt.


Ehemals Wamboltsches Hofgut, Klein-Rohrheim

Der Dreißigjährige Krieg brachte große Not und Zerstörung auch nach Klein-Rohrheim. 1649 lag das Wamboltsche Hofgut, das aus zwei Wohnhäusern mit Wirtschaftsgebäuden und landwirtschaftlicher Fläche bestand, in Trümmern. Um 1664 gelangte es in die Hände der Familie von Wambolt zu Umstadt, der es gelang, die Gebäude wieder aufzubauen, Flächen zu arrondieren und den Betrieb wirtschaftlich auszubauen. Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts bestand das Hofgut aus zwei Höfen, einer in der heutigen Claus-Kroenke Straße 7, der andere am südlichen Rand der Straße Am Stachelacker.
1842 brannten der nördliche Hof ( Claus-Kroenke Straße 7) zum großen Teil ab. Zunächst wurden nur das Wohnhaus mit dem angrenzenden Stall als Kniestockhaus wieder aufgebaut. 1847 erfolgte der Wiederaufbau des großen Stallgebäudes, das 1914/1920 komplett erneuert wurde. Auch der übrige Gebäudebestand stammt aus der zweiten Hälfte des 19. und dem frühen 20. Jhd. Die Trockenscheune auf der westlichen Straße wurde 1937 errichtet.


Mönchhofkapelle, Raunheim    
Wenig nordöstlich von Raunheim steht die 1687 konsekrierte Mönchhofkapelle am Rande eines von einer Mauer eingehegten Friedhofs. Seit 1960 auf Industriegelände gelegen und somit der Öffentlichkeit entzogen, fanden dort weder Gottesdienste noch Bestattungen statt. Dieser Umstand begründet, warum der Friedhof heute ein überregionales Kleinod ist: dort finden sich Grabsteine der Zeit von 1688 bis 1960 und zeigen einen Querschnitt durch die Sepulkralkultur von fast drei Jahrhunderten.
Aufgabe von AHB war es, die Geschichte der Kapelle und des Friedhofes zu recherchieren. Im Rahmen der Untersuchung konnten nicht nur das bislang unbekannte konkrete Baujahr und der beauftragte Architekt, sondern auch Details der Baugeschichte ermittelt werden, die heute helfen, die laufenden Sanierungen historisch fundiert durchzuführen. Der Bericht ist für das Jahr 2009 zur Veröffentlichung vorgesehen. (Ganz rechts sehen Sie eins von elf bauzeitlichen Weihekreuzen, die bei den laufenden Sanierungen wieder gefunden wurden.)

Jagdschloss Jägersburg, Groß-Rohrheim
Unmittebar an der Grenze im Süden der Gemarkung Groß-Rohrheim findet sich am Waldrand ein rund 0,5 ha großes Areal, das von einem sternförmigen Graben eingefasst wird. Heute ist diese Fläche vollkommen eingeebnet und von einer Schonung bewachsen. Da vermutet wurde, dass dies der Standort des Anfang des 18. Jahrhunderts wüst gefallenen Jagdschloss Jägersburg ist, recherchierte AHB in den in Frage kommenden Archiven und konnte nachweisen, dass hier tatsächlich eine größe Bebauung, vermutlich eine vierflügelige Anlage, gestanden haben muss. Diese These wird durch eine in Kooperation mit Kollegen der Firma Posselt & Zickgraf durchgeführte geophysikalische Prospektion gestützt. Detektiert wurde ein Reflektor, bei dem es sich eindeutig um einen anthropogenen Bodeneingriff, wahrscheinlich Fundamente, Ausbruchgräben oder Kellergrube eines größeren Gebäudes oder Gebäudekomplexes handelt.

Genisa-Fund in Delkenheim  
Bei Aufräumarbeiten wurden unter der Dachverschalung eines alten Hauses in Wiesbaden-Delkenheim ein Palmzweig (Lulav) und Dokumente gefunden. Unter den Schriftstücken befanden sich ein Schutzbrief, der Kaufvertrag für das Haus, ein Heiratsvertrag sowie Unterlagen, die die Händlertätigkeit des jüdischen Hausbesitzers in der Zeit zwischen 1802 und 1832 belegen. Aufgabe von AHB war es, diese persönliche Genisa zu sichten und in den historischen Kontext der jüdischen Einwohner Delkenheims im frühen 19. Jahrhundert zu setzen, aber auch die Bau- und Nutzungsgeschichte des Hauses nachzuzeichnen.

Mainz-Kastel, Reduit  
Im Rahmen eines Ideenwettbewerbes soll der Uferbereich des Reduit in Mainz-Kastel neu gestaltet werden. Anhand ausführlicher Archivrecherchen legte AHB eine Mappe mit 27 ausgewählten Abbildungen aus der Zeit des späten 17. bis zum Ende des 20. Jahrhunderts vor, die die Entwicklung der Umgebungsgestaltung aufzeigen und als historische Grundlage des Wettbewerbes dienen.

Mehr Projekte zu diesem Thema anzeigen

© 2017 AHB